12.08.2017 | 18:00
FC Bellach
FC Köniz
17'G. Cappellini
32'Q. Makshana
33'S. Naili
42'N. Gomes

Müheloser Sieg gegen tapfere Bellacher

Der FC Köniz besiegt in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cup Zweitligist FC Bellach mit 4:0.

"Locker bleiben, keinen Druck aufbauen." Mit diesen Worten versuchte Bellachs Trainer Sandro De Cubellis beim Einlaufen, vor dem Saisonhöhepunkt seiner Mannschaft die Last der grossen Erwartungshaltung von den Schultern zu nehmen. Als Sieger des Solothurner Cups durfte Bellach am Schweizer Cup teilnehmen. Das Los meinte es nicht sehr gut: Köniz aus der Promotionsliga war zwar ein übermächtiger Gegner, aber eben kein Publikumsmagnet wie es YB oder Basel gewesen wären.

So ging Bellach konzentriert ins Cupspiel, und man sah, dass das Team aus der Solothurner 2. Liga bestens auf den Gegner eingestellt war, der drei Klassen höher eingestuft ist. Köniz seinerseits machte mit einem frühen Forechecking die Räume eng und zwang die Solothurner zu langen Pässen. Der Underdog liess in der ersten Viertelstunde nichts anbrennen – bis ein in der Vorwärtsbewegung verschenkter Ball und zwei verlorene Zweikämpfe alles zunichtemachten.

Der Brasilianer Guto konnte den Ball mit der Fussspitze an Goalie Luca Palermo vorbeilegen. Die Berner Halbprofis nutzten ihre erste Chance und gingen in Führung. Und in diesem Rhythmus ging es weiter: Das 0:2 entstand aus einem unnötigen Penalty. Weil keine Torgefahr bestand, war das Foul absolut unnötig. Beim 0:3 nur wenige Augenblicke später waren die Bellacher noch nicht richtig sortiert und das 0:4 entstand kurz vor der Pause wiederum aus einem in der Vorwärtsbewegung verlorenen Zweikampf. Köniz wirkte zwar leicht überlegen, zeichnete sich aber eigentlich nur durch seine perfekte Chancenauswertung aus.

Enttäuscht und genervt
Vier Tore nach vier Fehlern waren die Maximalstrafe für eine an sich gute Leistung. "Entsprechend enttäuscht und genervt war die Mannschaft in der Pause", kommentierte dies Trainer Sandro De Cubellis. Er schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Die Bellacher wirkten in der zweiten Halbzeit wie verwandelt. Sie dominierten, verzeichneten mehr Ballbesitz als der oberklassige Gegner.

Shaban Arifi war der Erste, der den Ehrentreffer auf dem Fuss hatte, aber er traf mit seinem Schuss nur die Latte. Alban Xhema gewann nun im Mittelfeld jeden Zweikampf, und es rollte ein Angriff nach dem anderen Richtung Könizer Tor. "Jetzt sind wir seit 33 Minuten die bessere Mannschaft", sagte Co-Trainer Oscar Tavoletta in der 78. Minute. "Der Druck ist weg und jetzt können sie zeigen, was sie spielerisch draufhaben."

Der FC Köniz beschränkte sich auf das Minimum und enttäuschte in der zweiten Halbzeit auf der ganzen Ebene. Als einziger Unterschied zu den Hobbykickern aus Bellach war nur die physische Überlegenheit und die Fitness zu erkennen. Die Bellacher waren am Ende zurecht mit ihrer Leistung zufrieden. "Wir haben vier dumme Fehler gemacht und Köniz hat jede Torchance gnadenlos verwertet", analysierte Sandro De Cubellis nach dem Schlusspfiff die beiden unterschiedlichen Hälften. "Aber alle haben sich noch einmal aufgerafft und wir haben eine hervorragende zweite Halbzeit gespielt."

Nur gerade 250 Zuschauer auf der Brunnmatt, meldete der FC Bellach, was für ein Spiel in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups doch etwas enttäuschend ist. Anwesend waren aber sicher etwa 500 Personen, denn es wurden nur die tatsächlich zahlenden Zuschauer gezählt. Ein einziger hatte übrigens seinen Eintritt über den Ticketcorner gekauft. Es war Bellachs Vizepräsident Peter Bieli, der unbedingt wissen wollte, ob denn das überhaupt funktioniert.

Quelle: solothurnerzeitung.ch

FC Bellach
1 Luca Palermo
5 David Steiner
14 Rok Shkoreti
19 Michael Ammon
24 Valerio Mascolo
7 Berkin Sülüngöz
8 Shaban Arifi
15 Alban Xhema
17 Mario Brcina76'
32 Yves Kocher
11 Yannick Gloor

Auf der Bank

31Christian Steinhauer
12Cédric Manyoki
27Wasili Bielmann76'
6Fatih Akbas
3Sasa Mrkota
13Mario Cataldo

Trainer

Sandro De Cubellis
FC Köniz
23Christian Schindler
2Marco Stauffiger
3Daniel Mzee
4Jiri Koubsky
24Braima Gafner
8Samir Naili33'
10Guto Cappellini46'17'
11Neto Gomes42'
18Valérian Boillat60'
25Alejandro Henzi27'
7Qendrim Makshana46'32'

Auf der Bank

13Severin Keller
5Miguel Portillo
20Laurant Sadiki60'
9Vitor Huvos46'
9David Stojanov46'
12Altin Osmani

Trainer

Bernard Pulver

2. Ligist Bellach trifft auf den FC Köniz

Der FC Bellach wird im heimischen Stadion von einem Promotion-League-Vertreter, dem FC Köniz gefordert.

Der FC Bellach wird in der ersten Runde des Schweizer Cups im heimischen Stadion von einem Promotion-League-Vertreter, dem FC Köniz, gefordert. Der FC Basel beginnt die Titelverteidigung im Cup beim Erstligisten Wettswil-Bonstetten.

Die Super-League und Challenge-League-Vereine konnten in der 1. Runde noch nicht aufeinandertreffen. Doch auch so zogen die Young Boys und Luzern happige Gegner aus der Promotion League. YB trifft auf den Stadtrivalen Breitenrain. Der zweifache Cupsieger Luzern muss nach Kriens.

Die weiteren Super-League-Vereine empfangen Teams, die mindestens drei Ligen tiefer spielen. St. Gallen und Lugano treffen wie der FC Basel auf einen Erstligisten. Die Ostschweizer reisen nach Baden, die Luganesi in den Jura nach Bassecourt. Zürich (FC Chippis), die Grasshoppers (CS Romontois), Lausanne (NK Pajde) und Thun (Stade-Payerne) messen sich mit Mannschaften aus der 2. Liga interregional.

Der unterlegene Cupfinalist Sion spielt gegen den Zweitligisten Gränichen. Ein attraktives Los zog der grösste Aussenseiter der 64 noch im Wettbewerb stehenden Teams: Der jurassische Fünftligist Union-Sportive Montfaucon, der dank dem Gewinn der Fairplay-Wertung dabei ist, darf Neuchâtel Xamax empfangen.

Quelle: solothurerzeitung.ch