17.09.2017 | 14:30
FC Köniz
FC Lugano
93'A. Gerndt

Grosser Schock nach goldener Möglichkeit

Es ist ein Mythos, eine abgedroschene Floskel, eine hartnäckige Behauptung, deren Richtigkeit schon oft belegt beziehungsweise widerlegt werden sollte: Der Gefoulte soll einen Penalty nicht selber schiessen. Nun, auch Cristian Miani hat diese Redensart schon oft gehört, und dennoch schnappt sich der Flügelspieler des FC Köniz entschlossen den Ball.

Im Cup-Sechzehntelfinal gegen Lugano läuft die 88. Minute, und den Könizern bietet sich die goldene Möglichkeit zur Führung. Trifft Miani, sind sie ganz nahe dran, zum dritten Mal in ihrer Klubgeschichte einen Super­ligisten aus dem Cup zu werfen und gleichzeitig Revanche zu nehmen für die knappe Niederlage gegen die Tessiner von vor zwei Jahren im Viertelfinal (0:2).

Doch die Verfechter des Standpunkts, dass Gefoulte die Verantwortung bei einem Elfmeter besser ihren Teamkollegen überlassen sollten, sehen sich an diesem Sonntag kurz nach 16 Uhr einmal mehr bestätigt. Miani schiesst unplatziert und sieht seinen Schuss von David Da Costa pariert.

"Ärgerlich" sei das, sagt Miani wenig später. Wahrscheinlich schwirren dem 24-Jährigen in diesem Moment noch ganz andere, nicht druckreife Adjektive im Kopf herum, doch der Flügelspieler lächelt. Freilich ist es ein gequältes Lächeln, denn nach Mianis Fehlschuss folgt für die Könizer der grosse Schock. Alexander Gerndt nimmt tief in der Nachspielzeit von der Strafraumgrenze aus Mass und bezwingt Köniz-Torhüter Severin Keller.

Mit einer der wenigen Offensivaktionen der Tessiner in der zweiten Halbzeit erzielt der ehemalige YB-Stürmer das einzige Tor der Partie und erstickt jegliche Hoffnungen des Heimteams auf ein Weiterkommen. Nur Sekunden später beendet Schiedsrichter Alain Bieri die Partie.

Neuer Mut
Die Könizer haben unbefriedigende Wochen hinter sich. In der Promotion League belegen sie nach sieben Partien den zweitletzten Platz. Nach der 0:7-Niederlage in Nyon am vergangenen Wochenende trat Trainer Bernard Pulver zurück. Auf den ersten Blick ist das Ausscheiden im Cup also ein weiterer Rückschlag für die krisengebeutelten Berner.

Doch der Auftritt gegen Lugano schürt beim FCK neuen Mut. "Die Mannschaft hat grossen Siegeswillen gezeigt", sagt Gabriel Urdaneta. Der bisherige Assistent ist nach Pulvers Rücktritt ­vorübergehend zum Cheftrainer aufgestiegen; er zeigte sich sehr zufrieden mit der Leistung seines Teams, das den Superligisten gefordert und an den Rand einer Niederlage gebracht hatte. "Diesen Schwung müssen wir jetzt auch in die Meisterschaft mitnehmen."

Dass der Uruguayer seinen Fokus bereits auf den Ligaalltag gerichtet hat, beweist, was er kurz darauf festhält: "Am Mittwoch steht das nächste ­eminent wichtige Spiel an." Dann empfangen die Könizer United Zürich. Gegen den punktgleichen Tabellenletzten ist ein Sieg Pflicht, wollen die Berner den Anschluss nicht verlieren.

Quelle: bernerzeitung.ch

FC Köniz
13 Severin Keller
2 Marco Stauffiger
3 Imanol Carrasco
5 Miguel Portillo
20 Laurant Sadiki
8 Samir Naili
10 Guto Cappellini74'
18 Valérian Boillat
29 Hisham Emurli66'
77 Cristian Miani
9 David Stojanov46'

Auf der Bank

30Dominique Aebi
4Jiri Koubsky
24Braima Gafner
9Vitor Huvos
11Neto Gomes66'
7Qendrim Makshana46'
12Altin Osmani74'

Trainer

Gabriel Urdaneta
FC Lugano
1David Da Costa
5Vladimir Golemic
30Fabio Daprelà
91Dragan Mihajlovic
96Koffi Yao
14Maximiliano Sabbatini
18Mario Piccinocchi
24Cristian Ledesma73'
9Antonini Culina64'
10Mattia Bottani
11Antonio De Souza87'

Auf der Bank

23Joel Kiassumbua
22Steve Rouiller
33Domen Crnigoj87'
8Davide Mariani73'
17Mate Vecsei
21Radomir Milosavljevic
19Alexander Gerndt64'93'

Trainer

Pierluigi Tami

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