FC Breitenrain - FC Köniz

FC Breitenrain - FC Köniz

10.11.2018 13:24

Berner Clásico





Wo beginnen, wenn ein einziger Zählrahmen niemals ausreichen würde, um all die hochkarätigen Chancen, katzenhaften Paraden und technischen Bijous dieses wunderbaren Fussballspiels zu erfassen?


Vielleicht in der 26. Minute, als einer der nicht immer ganz sattelfesten Linienrichter einen Einwurf fälschlicherweise dem Gast aus Köniz zuspricht und so die halbe Equipe von Breitenrain verbal derart lautstark in Rage gerät, dass auch der Hinterletzte der 750 Zuschauer merkt: In diesem Derby, man könnte es auch den Berner Clásico nennen, steht mehr auf dem Spiel als nur das nackte Resultat in einem profanen Match in der Promotion League.


Es geht um die Vorherrschaft im Berner Amateurfussball. Um Prestige und Ehre. Und immer auch darum, dem nicht extrem geliebten Rivalen eins auszuwischen. 


Signale senden
Und so beharken sich die 22 Akteure im Stadion Spitalacker mit einer Griffigkeit, wie sie im Derby der zwei besten Berner Amateurclubs in dieser Intensität wohl noch nie zu sehen war. Jeder Zweikampf scheint der wichtigste der Saison, jedes gewonnene Duell soll dem Gegner signalisieren: Heute gibts nichts zu holen!


Und weil beide Teams diese Entschlossenheit über 90 Minuten aufrechterhalten, kommen die vielen Zuschauer in den Genuss eines atemberaubenden Fussballspiels, das fast pausenlos hin und her wogt und ohne zwei stark agierende Torhüter in einem Torfestival münden würde. In der 27. Minute ist dann indes auch der Könizer Schlussmann Christian Leite chancenlos.


Breitenrains Mittelfeldspieler Edis Colic lanciert mit einem Traumpass aus dem Fussgelenk über rund 40 Meter Flügelspieler Artian Kastrati, der seine brillante Form mit einem Lob zum 1:0, seinem siebten Saisontreffer, unterstreicht. «Ich spüre im Moment viel Vertrauen des Trainers und des gesamten Teams. Deshalb läuft es mir auch so gut», sagt der 23-jährige, ehemalige Juniorennationalspieler, der einst auch für YB und Thun gespielt hat.


Das Derby bleibt auch nach der Pause ein echter Hingucker. Die Fülle an Grosschancen, starken Paraden und stupenden Ballstafetten beeindruckt, wobei Breitenrain diverse Male das 2:0 verpasst, der FC Köniz aber seinerseits ebenfalls nur knapp am Ausgleich vorbeischrammt.


Hektische Schlussphase
In der 72. Minute ist es dann erneut Kastrati, der eine schicke Vorarbeit von Miroslav Konopek zum 2:0 veredelt. Die Entscheidung? Mitnichten in dieser Klassepartie. Fast im Gegenzug markiert der Könizer Aussenverteidiger Marvin Pfründer den 1:2-Anschlusstreffer. Die hektische Schlussphase ist eingeläutet, und passend zum Spielverlauf geht es mit Chancen im Minutentakt weiter.


Breitenrain verpasst das 3:1, Köniz schnuppert am Ausgleich, doch am Ende schaukelt der FCB den Sieg über die Runden. «Ein Sieg im Derby schmeckt schon süss», erklärt Doppeltorschütze Kastrati, der die Intensität des Spiels explizit hervorhebt.


Der Könizer Hakan Akbulut sieht es gleich: «Das war eine intensive Partie. Mit dem falschen Ausgang für uns.» Auf den Punkt bringt es am Ende FCB-Sportchef Roland Truog, indem er sagt: «Das war ein Klassematch, der trotz aller Rivalität immer sehr fair blieb und Werbung für den Fussball bot.» (Berner Zeitung)


Das nächste und letzte Spiel der Hinrunde findet am Samstag den 17. November um 16:00 Uhr gegen den FC Bavois statt.





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